“Die Stadt Goslar baut ein eigenes Gleichstromkraftwerk; für eine kleine Stadt wie Goslar eine beachtenswerte Pionierleistung. Als Antrieb für den Gleichstromumformer dient ein Dieselmotor, der für den Antrieb der ersten U-Boote damaliger Zeit konzipiert war.”
1909
“Die Energieversorgung der Stadt wird auf die Gesellschafter Thüringer Gasgesellschaft und Nordharzer Kraftwerke GmbH aufgeteilt. Der Ausbau des Kraftwerkes, vor allem aber des Leitungsnetzes der Stadt erfolgt und 1928 wird eine zweite Dieselmaschine aufgebaut.”
1925
“Die Umstellung auf ein gemeinsames Wechselstromnetz beginnt. Bis dahin wurden nur industrielle Abnehmer durch Überlandleitungen (aus Derenburg) mit Wechselstrom versorgt.”
1949
“Es entsteht ein neues Leitungsnetz mit Umspannstationen, das nun alle Haushalte und Firmen mit dem „neuen“ Strom versorgt. Im Kraftwerk schaltet man am 20.08.1959 auch den ersten U-Boot Motor ab, der zu diesem Zeitpunkt bereits den Status eines Museumsstücks hatte; das Kraftwerk stellt seinen Dienst ein und wird demontiert.”
1959
“Die Druckerei Toegel zieht in das Gebäude ein, 1964 die Nordharzer Druckerei Lehmann K.G. -bis der Raum als Lager des Versandhaus Quelle und letztendlich als Materiallager durch die Nordharzer Kraftwerke (später HarzEnergie) genutzt wird.”
1961
“Dem Kulturausschuss des Goslarer Rates wurde erstmalig der Vorschlag gemacht, ein Kleinkunstfestival zu veranstalten. Auf die Frage eines Ratsherren: "Was ist denn Kleinkunst?", antwortete ein Initiator der Idee mit einem Zitat von Charlie Chaplin: „Kunst der kleinen Form.“”
1978
“Am 27.05.1980 wurde in der Kaiserpfalz Goslar das erste Mal "Kleinkunst" dargeboten. Aufgeführt wurde das Stück "Faust" in gleich zwei Versionen - intellektuell und als "Volksstück".”
1980
“Der Verein "Förderkreis Goslarer Tage der Kleinkunst e.V." wird gegründet. Der Verein erhebt keine keine Mitgliedsbeiträge. Stattdessen wurde in seiner Satzung festgelegt, dass die Mitglieder nach "ihren Fähigkeiten" aktive Hilfe leisten sollen. Dieser Passus musste extra vom Amtsgericht genehmigt werden.”
1990
“Die Eröffnung der Goslarer Tage der Kleinkunst durch das Hohenloher-Ensemble mit der Veranstaltung "Doktor Johannes Faust" als Figurentheater "entpuppte" sich als echte Herausforderung, denn die Aufführung fand im Weltkulturerbe Rammelsberg untertage statt. Podeste, Sitzgelegenheiten und die notwendige Technik mussten in den alten Fördermaschinensaal transportiert werden. Dies gelang schließlich außerhalb der Öffnungszeiten mithilfe der Grubenbahn.”
2000
“Die Harz Energie baut ein neues Lager in Osterode, wovon der damalige Vorsitzende des Förderkreises Goslarer Kleinkunsttage, aus der Goslarschen Zeitung erfährt und ihn dazu verleitet, Herrn Diestel von der Geschäftsleitung der HarzEnergie anzurufen und nachzufragen, was denn aus dem derzeitigen Lager wird. Der Förderkreis Goslarer Kleinkunsttage führt zu diesem Zeitpunkt seit 25 Jahren ein Kleinkunstprogramm in Goslar durch und mietet unterschiedlichste Räume an - Ein Konzept, dass sich finanziell, technisch und organisatorisch nicht auf Dauer durchhalten lässt. Die Idee eines Kulturkraftwerkes, in dem statt elektrischer Energie nun die Energie der Künstler auf die Zuschauer übertragen werden soll, ist geboren. Die HarzEnergie und der Förderkreis sehen den beiderseitigen Vorteil in der Nutzung und Bewerbung des Gebäudes als Kulturspielort.
Am 7. August 2003 unterzeichnen Ulrich Diestel, Geschäftsführer der HarzEnergie und der damalige 1. Vorsitzender des Förderkreises, den Vertrag, der dem Verein eine 10-jährige Mietfreiheit einräumt, wenn der Verein den Innenausbau zum Kulturspielort auf eigene Kosten übernimmt. In etlichen hundert Stunden ehrenamtlicher Arbeit und mit der Hilfe der HarzEnergie und zahlreichen Sponsoren wird aus dem alten Kraftwerk das neue Kulturkraftwerk. Wände werden verputzt, gestrichen, tapeziert, isoliert, Elektroverkabelung erneuert, Wasser-, Heizung- und Abwasser-Installationen in überwiegender (fachkundiger) Eigenleistung der Mitglieder erbracht.”
2003
“Am 4. Juni 2004, 95 Jahre nach der Errichtung, öffnen sich die Tore des Gebäudes erneut. Das Kulturkraftwerk HarzEnergie beginnt zugleich mit den 25. Goslarer Tagen der Kleinkunst seine neue Spielzeit mit dem traditionellen Figurentheater-Stück "Jedermann!". Das Haus mit 199 Stühlen ist gleich am ersten Tag ausverkauft.”
2004
“Der Familiensonntag ersetzt das unregelmäßige Kinderprogramm und bietet ein hochwertiges Programm an, das Kinder bis 12 Jahren und auch Erwachsene stärker anspricht.
Die HarzEnergie findet mit der AVACON und Phillips Sponsoren für eine beeindruckende, anspruchsvolle Gebäudeillumination, mit der das Kulturkraftwerk an Veranstaltungstagen auch nach außen wirkungsvoll in Szene gesetzt wird.”
2007
“Die Aufführungen im Kulturkraftwerks finden nicht nur in der Goslarschen Zeitung, sondern auch bei "Radio Okerwelle" mit mehr als 10 Stunden Sendezeit Anerkennung.”
2008
“Pünktlich zum 5-jährigen Bestehen und zu den 30sten Goslarer Tagen der Kleinkunst wird der kostenlose Nutzungsvertrag mit der HarzEnergie bis zum Jahr 2019 verlängert.
Das Kraftwerk ist einer von 18 der renommiertesten Kleinkunst-Spielorte Deutschlands für die erste Deutsche Kabarett-Bundesliga. Alle Veranstaltungen sind vom ersten Spieltag an ausverkauft.
Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) sendet 2009 erstmals seine Satire-Show "Hörsturz Live" aus dem Kulturkraftwerk.”
2009
“Aufgrund der gemeinsamen positiven Erfahrungen aus dem Vorjahr mit dem Radiosender NDR Info wird das Programm als Neues Fernsehformat unter dem Titel "Intensivstation" fortgesetzt. Bei der Fernsehaufzeichnung sind mit Künstlern, Radio- und Fernsehmitarbeitern und den Mitgliedern des Förderkreises insgesamt rund 100 Menschen an der Produktion beteiligt.
Im November 2010 macht Dennis Rowland mit seinem 25-köpfigen East-West European Jazz Orchestra zwischen Kulturhauptstadt RUHR und der Dresdner Semperoper Station in Goslar und begeistert die Zuhörer im Kulturkraftwerk HarzEnergie.”
2010
“Bei der Kabarett-Bundesliga wird das Kulturkraftwerk HarzEnergie von den Künstlern zum „Herausragenden Spielort“ gewählt; diese Auszeichnung erhält der Spielort auch in den folgenden zwei Saisons. Mit Musik von G.O.D. und der a capella-Formation „Magnets“ werden auch die musikalischen Zuschauerwünsche mehr als erfüllt.”
2011
“"Für die noch ganz Jungen wird mehrmals im Jahr der Familiensonntag angeboten.
Mit dem Duo „ Schwarze Grütze“ und Dennis Rowland mit Big-Band stehen wieder alte Bekannte auf der Bühne, die das Kraftwerk zum Überkochen bringen."”
2012
“Die 34. Goslarer Tage der Kleinkunst warten mit einem Novum auf: Erstmals finden die legendären „Langen Nächte“ nicht im Bildungshaus Zeppelin statt. Tagelanger Dauerregen hat den wunderbaren und allseits beliebten Garten in eine Matschlandschaft verwandelt und ein Betreten unmöglich gemacht. Am Abend des 30.Mai, also einen Tag vor dem Event, entscheiden die Verantwortlichen schweren Herzens, die Veranstaltungen im Kulturkraftwerk HarzEnergie stattfinden zu lassen. Eine Pressemitteilung ist nicht mehr möglich, so dass Mitglieder des Förderkreises am Bildungshaus Zeppelin die Besucher einzeln ansprechen und „umleiten“ müssen. Damals aus der Not geboren finden seitdem die „Langen Nächte“ im Kulturkraftwerk statt.”
2013
“Mit OPERA gastiert eine A-Capella-Gruppe auf unserer Bühne, die in Goslar ihre Wurzeln hat. Zwei ausverkaufte Veranstaltungen, standing Ovations sowie ein überglückliches Ensemble machten beide Vorstellungen zu einem unvergesslichen Erlebnis für Künstler, Zuschauer und das Team des Förderkreises. Das Trio „Wildes Holz“ mit ihrem Weihnachtsspecial „Wilder die Flöten nie klingen!“ beschließt ein Jahr, das künstlerisch wieder hochwertig, vereinsintern aber recht turbulent war.”
2014
“Auch dieses Jahr brachte wieder ein abwechslungsreiches Programm. Als „Lokalmatadoren“ feierte die Powerbrass-Truppe aus Oker ihr 50-jähriges Jubiläum, auch der weit über Goslar hinaus bekannte Peter Kerlin bestritt einen ausverkauften Abend unter dem Motto „ A special Night with special Guests“. Zum Ehrenmitglied des Förderkreises Goslarer Kleinkunsttage wurde im Rahmen einer Veranstaltung Ulrich Diestel ernannt, bis zu seinem Ruhestand Geschäftsführer der Harz Energie und entscheidender Wegbereiter für das Kulturkraftwerk. Und auch die Bundeskanzlerin kam zu Besuch, nämlich als Parodierte bei der „Intensivstation“. Unvergessen dürften auch die Mobilés bleiben, die mit ihrem eindrucksvollen Schattentheater die Gäste in Entzücken versetzten.”
2015
“"Das Jahr begann mit einem Auftritt des damals 80 (!) - jährigen Schauspielers Rolf Becker, der zusammen mit Kai Degenhardt, Sohn von Liedermacher Franz-Josef Degenhardt, eindrucksvoll seine politische Überzeugung ( gegen Rechts ) herüberbrachte. Dass die leider zahlenmäßig nicht sehr große Zuschaueranzahl zum Schluss das bekannte Degenhardt-Lied „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“ als Zugabe einforderte, war zu erwarten gewesen. Zum Ende Januar fand auch erstmals ein Arbeitskreis der 54. Verkehrsgerichtstages in den Räumen des Kulturkraftwerkes statt. Um unsere Unterstützung für den Verbleib dieses Großereignisses in Goslar zu leisten, hatten wir das Gebäude für die Tagung angeboten. Die Schlussworte des Arbeitskreises „ Warum hat man uns diesen wunderbaren Ort bisher vorenthalten?“ müssen nicht weiter kommentiert werden…
Und es gab im wahrsten Sinne des Wortes einen heißen Sonntag ( draußen 30, drinnen mindestens 35 Grad ) mit einem kubanischen Duo ( Vater und Sohn ), die u.a. vom Goslarer Klaus Wittig unterstützt wurden, nicht nur musikalisch sondern auch mit den notwendigen Musikinstrumenten, die auf dem Flug verlorengegangen waren. Bei freiem Eintritt war die Zuschauerzahl nahezu unüberschaubar, und die für die Künstler eingesammelte Spende dürfte diese sehr erfreut haben."”
2016
“Das Gelände des Kulturkraftwerkes HarzEnergie hat sich deutlich verändert. Nachdem ein altes Gebäude neben unserem Eingang abgerissen und die freigewordene Fläche gepflastert worden war, konnte dieser Außenbereich erstmals für die „Langen Nächte“ im Rahmen der Kleinkunstwoche genutzt werden. Eine Live-Band sowie der Ausschank von Bier und Wein sorgten für gute Stimmung. Und dann kam im Juni noch der Eye-Catcher in Form eines Gleisbettes mit Transportwagen und darauf stehendem Transformator… Anschauen lohnt sich unbedingt.”
2017
“Erstmalig wurde das Programmangebot speziell auch auf Kinder ausgeweitet und umliegende Grundschulen im Vorfeld gezielt angesprochen. An diesem Tag zu Gast war das Tamalan-Theater mit dem Stück "Frog-King... how to enter the castle", eine Aufführung komplett in kindgerechter englischer Sprache.”
2018
“Die Goslarer Tage der Kleinkunst feiern ihr 40-jähriges Jubiläum. Gleichzeitig blickt der Verein auf nun 15 Jahre im Kulturkraftwerk HarzEnergie zurück.”
2019
“Bereits zum dritten Mal besucht uns die Gruppe "Ohne Rolf" aus der Schweiz.”
2022
“Zum sage und schreibe neunten Mal ist der deutsche Theaterschauspieler, Komödiant, Autor, Theaterregisseur und Theaterleiter Bernd Lafrenz, der sich der Adaption und Darstellung von William Shakespeares Stücken als Solo-Komödien widmet im Kulturkraftwerk auf der Bühne zu sehen. Dieses Mal gemeinsame mit dem Freiburger Theater Compagnie und dem Stück "HAMLET STIRBT...und danach gehe ich Spaghetti essen".”
2023
“Die mehrfach ausgezeichnete deutsche a capella Gruppe ONAIR spielten im Kulturkraftwerk eines ihrer letzten Konzerte. Die Band löste sich Ende 2024 auf.”
2024
“Ein Höhepunkt folgte dem anderen. Zu Anfang des Jahres waren Reis Against The Spülmaschine mit ihrem Programm „Radio Reis – Die Hitwelle“ zu Gast und heizten das Kulturkraftwerk mit feinster Musik-Comedy und einer Darbietung unplugged zum Ende des Konzerts ordentlich ein.
Die Herbstsaison eröffnete das international bekannte "barbershop quartet" Ringmasters. Kurz darauf erklangen Dudelsäcke und E-Gitarren gleichzeitig auf der Bühne. Die weltweit tourende schottische Band Red Hot Chili Pipers waren dafür verantwortlich und präsentierten uns Stücke Queen, Coldplay, Deep Purple und anderen auf ihre ganz besondere "schottische" Art.
Zum Ende des Jahres konnten wir einen weiteren Hochkaräter begrüßen. Yared Dibaba, bekannt aus Funk und Fernsehen, und seine Schlickrutscher präsentierten uns einen ganz besonderen Jahresrückblick auf plattdüütsch.
Im Februar wurde für mehrere zehntausend Euro eine neue Soundanlage inklusive neuer Lautsprecher installiert. Dazu musste aufwendig ein Hubwagen ins Kulturkraftwerk gebracht werden. Das Einmessen der Lautsprecher dauerte mehrere Stunden. Die Arbeit hat sich jedoch mehr als gelohnt, wie man am grandiosen Klang hören kann.”
2025
“Bereits zum fünften Mal war das bereits 1953 gegründete Kabarett-Theater Distel im Kulturkraftwerk zu Gast. Die Distel ist das derzeit größte Ensemble-Kabarett Deutschlands und hat deutschlandweit einen hohen Bekanntheitsgrad.
Im Februar wurde die "historisch gewachsene" Bühnenverkabelung für Licht und Ton durch die Firma ME event technik GmbH & Co. KG professionell erneuert und fachmännisch verlegt. Dazu kamen ein großer Hubwagen, ein Gerüst auf der Bühne und zwei große Lastenstützen zum Einsatz, die die Bühnentraverse trugen.”
2026